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Mobilitätserziehung

Was ist Mobilitätserziehung?

Mobilitätserziehung löst in letzter Zeit die althergebrachte Verkehrserziehung ab.
Bei der reinen Verkehrserziehung ging es vor allem darum, den Kindern richtiges Verhalten im Straßenverkehr beizubringen. Bei der Mobilitätserziehung geht es um mehr: Kinder sollen hier nicht nur lernen, wie sie sich sicher im Verkehr verhalten, sondern auch das Mobilitätsverhalten an sich wird thematisiert und kritisch beleuchtet. Schüler setzen sich mit den Vor- und Nachteilen der verschiedenen Fortbewegungsmöglichkeiten auseinander. Sie lernen ihre Umgebung besser kennen und setzen sich kritisch mit ihr auseinander.
Mobilitätserziehung ist fächer- und schulübergreifend und projektorientiert, wobei die Kinder mitplanen und mitreden dürfen.
Mobilitätserziehung leistet einen Beitrag zur Sicherheitserziehung, zur Sozialerziehung, zur Umwelterziehung und zur Gesundheitserziehung, was bereits in den KMK-Empfehlungen von 1994 genannt und in den KMK-Empfehlungen von 2012 bestätigt wird.

Warum Mobilitätserziehung?

Eine umfassende Mobilitätserziehung soll Kinder dazu befähigen, sich sicher, selbstbewusst und umweltfreundlich in der Stadt zu bewegen. Dies fördert die Unabhängigkeit der Kinder, die dann nicht mehr auf das „Elterntaxi“ angewiesen sind.
Kinder, die zu Fuß oder mit Roller und Fahrrad unterwegs sind, haben deutlich mehr Bewegung als Mitfahrer im Auto. Dies leistet einen Beitrag zur Gesundheitserziehung, die Kinder haben z.B. weniger Übergewicht. Außerdem lernen sie ihr Wohnumfeld besser kennen und der Orientierungssinn wird geschult. Das morgendliche Zu-Fuß-Gehen fördert die Konzentration in der Schule. Außerdem treffen die Kinder unterwegs oft Mitschüler und haben sich das wichtigste bereits erzählt, wenn der Unterricht beginnt. Durch weniger motorisierten Verkehr wir darüber hinaus die Umwelt entlastet.
Um junge Menschen für alternative Verkehrsmittel zu gewinnen, müssen Schulen sicherstellen, dass Schüler(innen) mit Spaß und Begeisterung an der Mobilitätserziehung teilnehmen und dass Aktivitäten im Klassenzimmer auch auf das „wirkliche Leben“ übertragbar sind.

Mobilitätserziehung und Verkehrssicherheit

Die durchschnittliche Zeitdauer, die Kinder im Freien verbringen hat sich seit den siebziger Jahren von vier auf eine Stunde täglich verringert.
Viele Eltern fahren ihre Kinder im Auto zur Schule oder zu anderen Aktivitäten. Dabei scheint ihnen nicht bewusst zu sein, dass sie ihren Kindern damit keinen Gefallen tun und damit sogar selbst zu einer stärkeren Gefährdung im Schulumfeld beitragen. Kinder, die dauernd im Elterntaxi durch die Gegend gefahren werden, können nicht lernen, sich sicher im Verkehr zu verhalten. Ihnen fehlt Übung und Erfahrung. Außerdem gefährden die vielen Autos, die z. B. morgens in der Umgebung von Schulen unterwegs sind die Sicherheit der zu Fuß kommenden Kinder. Darüber hinaus kommen viele Kinder als Mitfahrer im Auto zu Schaden.
Besonders wichtig ist auch das Vorbild der Eltern, denn wenn diese ausschließlich mit dem Auto fahren, prägen sie bereits frühzeitig das spätere Mobilitätsverhalten ihrer Kinder.
Nicht zuletzt bedeutet weniger motorisierter Individualverkehr mehr Sicherheit für die Kinder auf der Straße.

Inhalte der Mobilitätserziehung

Im Rahmen der Mobilitätserziehung werden unter anderem folgende Inhalte thematisiert:
- Der Schulweg unter verschiedensten Aspekten (Geschichten schreiben, malen, Gefahrenstellen erkunden, Schulwege früher und heute)
- Erkundungen im Stadtteil, Beschäftigung mit Plänen der Schulumgebung
- Wie kommen die Kinder zur Schule, Umfragen machen und Statistiken erstellen
- Verschiedene Verkehrsmittel mit ihren Vor- und Nachteilen, Umweltaspekte
- Radfahrausbildung
- Verkehrssicherheit, Bremswege von Autos bei verschiedenen Geschwindigkeiten, Geschwindigkeitsmessungen, eigenes Verhalten im Verkehr und Verhalten anderer, Sicherheitsprobleme